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FILMBEITRAG

Zentrum für lymphbahnschonende Lipödemchirurgie

Die Liposuktion hat sich während der letzten Jahre als Therapieoption beim Lipödems etabliert. Dr. med. M. Ghods gilt als Pionier der Liposuktion zur Behandlung des Lipödems in der Gesellschaft der Plastisch, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgen (DGPRÄC). Er war Vorreiter und ist maßgeblich an der Weiterentwicklung der Methode beteiligt. Er betreut mehrere wissenschaftlichen Studien zum Thema Liposuktion bei Lipödem und referiert regelmäßig auf Kongressen und anderen medizinischen Veranstaltungen. Patientinnen aus ganz Deutschland sowie aus dem Ausland stellen sich daher im Zentrum für Ästhetische Medizin Potsdam für die operative Therapie des Lipödems zur Beratung und Behandlung vor. 

 

Was bedeutet Lipödem?

Beim Lipödem handelt es sich um eine atypische, symmetrische Fettgewebsverteilungsstörung, die hauptsächlich die Extremitäten betrifft und ausschließlich bei Frauen auftritt, besonders in Phasen der hormonellen Veränderung, wie der Pubertät, der Schwangerschaft oder der Menopause. Auch eine Gewichtszunahme und eine genetische Disposition werden diskutiert.

Typisch für das Lipödem sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Berührungsschmerz und eine Neigung zu Hämatomen. Man erklärt sich Beschwerden durch eine zunehmende Schwellung der Extremitäten, bedingt durch Flüssigkeitseinlagerungen aus dem Gefäßsystem.

Bei Versuchen Gewicht abzunehmen kommt es zur weiteren Volumenreduktion am meist wohlproportionierten Körperstamm, nicht jedoch an den Armen und Beinen.

Es werden drei Stadien unterschieden:

Stadium 1: glatte Haut, feinknotiges Gewebe
Stadium 2: unebene Haut, grobknotiges Gewebe
Stadium 3: deformierte Haut, groblappiges Gewebe

 

Konservative Therapie

Das Lipödem wird aktuell zunächst konservativ mit Kompressionsbestrumpfung und manueller Lymphdrainage behandelt. Vor großer Bedeutung ist ebenso die psychologische Unterstützung der Patientinnen. Erzielt man mit diesen Maßnahmen keine Besserung, kann eine stationäre komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) mit einem spezifischen Ernährungs- und Bewegungsplänen erfolgen. Bei der konservativen Therapie ist allerdings zu beachten, dass es sich lediglich um eine symptomatische Behandlung handelt.
Kommt es trotz konservativer Therapie (für mindestens sechs Monaten) zu keiner Linderung der Schmerzen und Beschwerden, stellt die Liposuktion eine geeignete Behandlungsmaßnahme dar.

 

Was verändert sich durch die Operation?

Durch die Liposuktion wird die Beseitigung oder zumindest die drastische Verminderung des krankhaft vermehrten, überschüssigen Körperfettes an den betroffenen Körperstellen angestrebt. Durch die Volumenreduktion sinkt der Druck in den Extremitäten und die Beschwerden der Patientinnen werden deutlich gebessert und der Lymphabfluss ebenfalls deutlich entlastet.

 

OP-Vorbereitung

Für beste Ergebnisse sollte für mindestens zwei Wochen vor der Operation auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen müssen, wenn möglich abgesetzt oder umgestellt werden. Entzündungen der Haut können vor der Operation abgeheilt sein. Bei bekannten, operationspflichtigen Krampfadern sollten diese vor der Liposuktion saniert werden. Weitere wichtige Punkte sind:

  • unterstützende Substitution Eisen/B6/B12 – rezeptfrei in der Apotheke
  • intensivierte Lymphdrainage sechs Wochen präoperativ zur maximalen Ödemreduktion, nach Möglichkeit die letzten sieben Tage vor OP täglich
  • sechs Wochen präoperativ konsequentes Tragen der Kompressionswäsche mit Fußeinschluss
  • forcierte Diätversuche vermeiden, Gewicht halten
  • Anruf am Vortag der OP bezüglich Zeitplanung
  • Regelung Arbeitsunfähigkeit über Krankschreibung Hausarzt oder Urlaub für mind. 14 Tage

 

Anästhesie und Klinikaufenthalt

Der Eingriff wird aufgrund der großen Absaugmengen in der Regel stationär unter Vollnarkose durchgeführt. Dabei muss mit einem Klinikaufenthalt von zwei bis vier Tagen gerechnet werden. Die Operationsdauer beträgt etwa zwei Stunden. In der Regel werden zunächst Ober- und Unterschenkel streckseitig, in zweiter Sitzung die Rückseite der Beine abgesaugt. Bei einer dritten Operation können die Arme oder erneut die Vorderseiten der Beine behandelt werden.

 

Die Operation

Die medizinisch indizierte Fettabsaugung beim Lipödem unterscheidet sich grundlegend von einer Fettabsaugung aus rein ästhetischen Gründen. Bei der Lipödem-Liposuktion muss soviel krankhaftes Fettgewebe wie möglich entfernt werden, um die Beschwerden zu verbessern und sekundäre Veränderungen zu vermeiden. Für das bestmögliche Ergebnis wird die gesamte Extremität, vom oberen Sprunggelenk bis zur Hüfte bzw. von der Handgelenk-Beugefalte bis zum Schultergelenk abgesaugt.

Zwei Methoden haben sich bis heute bei der operativen Behandlung bewährt:

1. die vibrationsassistierte Liposuktion
2. die wasserstrahlassistierte Liposuktion.

Bei beiden Methoden wird nach präoperativer Anzeichnung im Stehen zunächst das abzusaugende Unterhautfettgewebe mit einer Kochsalzmischung unterspritzt, welche die Ablösung des zwischen den Bindegewebsstrukturen befindliche, locker liegende Fettgewebes bedingt. Durch die sogenannte Tumeszenz-Liposuktion werden die umliegenden Gewebeschichten sowie von Nerven, Lymphbahnen und Gefäßen weitgehend geschont.

 

Nachsorge

Die flachgestrickten Kompressionsstrümpfe müssen für die ersten sechs Wochen tagsüber und nachts getragen werden, dann nach Bedarf. Die Schwellungen und Blutergüsse klingen innerhalb dieser Zeit ab. Weitere wichtige Punkte sind:

  • frühestmögliche Mobilisierung, abhängig vom Kreislauf direkt am OP-Tag
  • Duschen mit klarem Wasser ab sofort, keine Seife
  • ab Fadenzug Hautpflege und Narbenpflege
  • medikamentöse Thromboseprophylaxe bis zur ausreichenden Eigenmobilisation
  • nach Möglichkeit tägliche Lymphdrainage über die ersten sieben Tage, anschließend regulärer Rhythmus (zwei bis drei Mal pro Woche)
  • zwei Stunden vor der Lymphdrainage empfehlen wir am Anfang eine Schmerztablette zu nehmen
  • topische Externa zur Schwellungs-/Hämatomreduktion (Arnika-Salbe, Heparin-Salbe etc.)
  • Anpassung der Kalorienzufuhr an das reduzierte Körpergewicht
  • Beginn leichter Sport (z.B. Schwimmen, Fahrrad fahren) ab Fadenzug, Kontaktsportarten und Sauna in der Regel ab der vierten Woche
  • Abstand zum Folgeeingriff mindestens drei Monate
  • neue flachgestrickte Kompressionsmieder erst nach letzter Liposuktion oder nach individuellem Bedarf

 

Folgeoperationen

Die meisten Lipödem-Patientinnen müssen mit drei bis vier operativen Eingriffen rechnen. Zwischen den Eingriffen sollten mindestens drei Monate liegen. Je nach Befund werden bei jeder Absaugung zwischenvier bis zehn Liter abgesaugt. Das maximale Fettvolumen, das pro Sitzung entfernt werden kann, beträgt acht Prozent des Körpergewichtes in Litern. Korrekturopertionen oder Straffungen können im Verlauf notwendig werden. Wir beraten Sie gerne. 

  

 

Empfehlungen 2020

Dr. Mojtaba Ghods wurde zum zweiten Mal von der Redaktion von FOCUS Gesundheit zu dem Top-Medizinern 2020 gewählt.

 

In die Bewertung gingen unter anderem ein: große Umfragen in Zusammenarbeit mit medizinischen Fachgesellschaften, wissenschaftliche Publikationen sowie Empfehlungen von Patientenverbänden, Selbsthilfegruppen, Klinikchefs, Oberärzten und niedergelassenen Medizinern.

 

 

 

 

Dr. med. Mojtaba Ghods wurde von "Gala beautify" / Plastische und Ästhetische Chirurgie in 2020 empfohlen als eine der besten Adressen für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Deutschland.

 

Dr. Ghods wird geführt in den Bereichen GESICHT, KOPF, BRUST, BAUCH, BEINE, FÜßE und PO.

 

Potsdam Lipedema Research Group

Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Ghods wurde eine interdisziplinäre Forschungsgruppe "Potsdam Lipedema Research Group" gegründet, die das Erkrankungsbild "Lipödem" in seinem Pathomechanismus klarer definieren möchte. Perspektivische Zielstellung ist die Entwicklung standardisierter Diagnostik- und Therapiealgorithmen. Hierzu laufen derzeit verschiedene laborexperimentelle und klinische Studien. 

 

Unser Forschungteam besteht aus Ärzten aus dem Gebiet der Plastischen Chirurgie, Angiologie und Radiologie, sowie Biochemikern des Deutschen Institus für Ernährungsforschung mit einem Hauptinteresse auf dem Gebiet der Adipozytenentwicklung und Ernährungsforschung, study nurses, medizinisch- technischer Radiologieassistenten, Laborassistenten und perspektivisch medizinischen Doktoranden.

 

Das Projekt "ZellProLip" adressiert die Fragestellung der Stammzell-basierten Grundlage für die Entstehung der Erkrankung und der möglichen Zusammenhänge zwischen Beschwerdebild und einer endokrinen Fehlfunktion von Fettzellen bei betroffenen Patienten zu regeln. Im Rahmen der geplanten Kooperation zwischen Klinikum Ernst von Bergmann und Deutschem Institut für Ernährungsforschung soll zunächst eine Untersuchung der Funktion von Fett-Stammzellen aus gesunden Fettgewebebiopsien im Vergleich zu Gewebe aus Lipödem-Bereichen stattfinden und zudem ein Vergleich zwischen beschwerdefreien Probanden und Patienten erfolgen. Ziel der Untersuchungen ist es, festzustellen, inwieweit Veränderungen der im Fettgewebe vorkommenden Stammzellpopulationen zur Entstehung des Lipödems beitragen können. Des Weiteren soll den Fragen nachgegangen werden, ob eine inflammatorische Veränderung der Fettzellen im Lipödem möglicherweise zu den Beschwerdebildern der Erkrankung beiträgt und inwiefern Fettgewebe-basierte Biomarker für eine bessere Diagnostik des Krankheitsbildes herangezogen werden können.

 

In der prospektiven klinischen Studie L-MR werden mittels Magnetresonanztomographie bildmorpholgische Auffälligkeiten von Lipödem-Patientinnen evaluiert.  Ziel dieser Arbeit ist die morphologische, qualitative und quantitative Auswertung von MRT-Untersuchungen.

 

Eine weitere prospektive klinische Studie, VaLiLi, untersucht die Nachhaltigung der Symptomreduktion und Patientenzufriedenheit nach Liposuktion zur Behandlung des Lipödems im Langzeitverlauf. Hierzu erfolgen regelmäßige klinische Verlaufskontrollen um Beschwerdeausmaß und -qualität zu objektivieren. Mit sequentiellen bioelektrischen Impedanzanalysen soll der Anteil der Fettmasse in den Extremitäten im Langzeitverlauf bestimmt werden, um die Nachhaltigkeit des Therapieverfahrens zu evaluieren und Standardkurven zur Abgrenzung zu Therapieverfahrens zu evaluieren und Standardkurven zur Abgrenzung zu "Gesunden" zu entwickeln.

 

Im weiteren Verlauf ist im Rahmen einer prospektiven Studie zudem der Vergleich unterschiedlicher Systeme zur Liposuktion geplant. Sowohl water-jet-assisted (WAL) als auch vibration-assisted (PAL) Systeme sind derzeit für die Behandlung des Lipödems zugelassen. Kontrollierte 2-armige Vergleichstudien zur Langzeiteffeltvität und periperativen Komplikationsrate sind bislang nicht verfügbar.

 

 

VERÖFFENTLICHUNGEN

Originalarbeiten

Kruppa P, Georgiou I, Biermann N, Prantl L, Ghods M. Lipödem – Hintergründe einer unbekannten Erkrankung. Dtsch Arztebl Int 2020.

 

Ghods M, Kruppa P. Surgical treatment of lipoedema. Handchir Mikrochir Plast Chir 2018; 50: 400-411. doi:10.1055/a-0767-6808. 

 

Dadras M, Mallinger P, Corterier CC, Theodosiadi S, Ghods M. Liposuction in the Treatment of Lipedema: A Longitudinal Study. Arch Plast Surg 2017; 44: 324-331. doi:10.5999/aps.2017.44.4.324 

 

Ghods M. Tipps und Tricks bei der operativen Versorgung von Lipödem-Patienten. Vasomed 2017; 29: 280-284 

 

Ghods M. Straffungsoperationen im Rahmen der Lipödembehandlung. Vasomed 2019; 31: 264-266

 

Reinhold S, Kruppa P, Ghods M, Klein-Weigel P. Lipödem – aktueller Stand. derm (Praktische Dermatologie, 03/2020, Seite 200).

 

Ghods M, Kruppa P. Aktueller Stand der chirurgischen Behandlung des Lipödems. derm (Praktische Dermatologie). In Press (Veroffentlichung für Aug. 2020 geplant)

 

 

AKTUELLE PROJEKTE

 

Large Volume Liposuction and coagulation disorders. In Review

 

Disease progression and comorbidities in lipedema patients. In Review.

 

Long-term outcome after multi-stage liposuction treatment in lipedema. In Review.

 

 

AKTUELLE VORTRÄGE

 

51. Jahrestagung DGPRÄC, Frankfurt am Main, 24.-26. September 2020 - Lipödem Session unter die Leitung von CA Dr. med. Ghods

 

89th Annual Meeting of Plastic Surgery in San Fransisco, USA, 16-19.10.2020 - Vortrag über Lipödem

 

Clinical Congress 2020, American College of Surgeons, Chicago, USA, 04-08.10.2020 - Vortrag über Lipödem

 

 

VERÖFFENTLICHUNGEN IN ZEITUNGEN

 

"Junge Frauen wurden oft jahrelang gemobbt"

Interview mit CA Dr. med. Ghods in der Lausitzer Rundschau über das Thema Lipödem, Okt. 2019

 

"Geehrter Mediziner will Lebensqualität zurückgeben"

Dr. M. Ghods steht als Top-Mediziner auf der Focus-Ärzteliste

Lausitzer Rundschau, Sep. 2019

 

Lipödem: Liposuktion als Kassenleistung

Ghods M (ÄrzteZeitung. März 2019)